Schreibdidaktik und Schreibberatung

Schreibdidaktische Angebote haben als Ziel, Schreibende bei der Entwicklung ihrer Schreibkompetenz und/oder der Durchführung bestimmter Schreibprojekte zu unterstützen. An Hochschulen werden sie häufig von Schreibzentren oder vergleichbaren Einrichtungen angeboten. In den letzten Jahren haben sich zahlreiche Veranstaltungs- und Beratungsformate etabliert, wie z.B:

Schreibdidaktik und Schreibberatung

Schreibdidaktische Angebote haben als Ziel, Schreibende bei der Entwicklung ihrer Schreibkompetenz und/oder der Durchführung bestimmter Schreibprojekte zu unterstützen. An Hochschulen werden sie häufig von Schreibzentren oder vergleichbaren Einrichtungen angeboten. In den letzten Jahren haben sich zahlreiche Veranstaltungs- und Beratungsformate etabliert, wie z.B:

Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten

 Seit 2010 bieten verschiedene Universitäten und Hochschulen am ersten Donnerstag im März die Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten an. Die Idee stammt vom Schreibzentrum der Viadrina Universität Frankfurt/Oder. Studierende werden eingeladen, gemeinsam an ihren Hausarbeiten zu schreiben und so gegen das Aufschieben anzugehen. Die Veranstaltung ist sehr werbewirksam und wird von den ausrichtenden Stellen, meist Schreibzentren oder Bibliotheken, unterschiedlich ausgestaltet.

 

Peer-Tutoring


Peers sind Angehörige der gleichen sozialen Gruppe (peer group), also beispielsweise Studierende untereinander, Promovierende untereinander oder auch Wissenschaftler*innen untereinander.

An vielen Hochschulen und einigen Schulen im deutschsprachigen Raum werden Schreibberatungen, Schreibgruppen und Schreibworkshops auf Peer-Ebene angeboten: ausgebildete Studierende oder Schüler*innen unterstützen die Schreibprozesse ihrer Kommiliton*innen oder Mitschüler*innen. Peer Tutoring ist der für diese Settings verwendete Fachbegriff. Er betont, dass es sich um Studierende oder Schüler*innen handelt, die sich in ihrer Ausbildung u.a. mit ihrer Rolle als Lernbegleiter*in auseinandergesetzt haben und denen es weniger darum geht, Wissen zu vermitteln, als vielmehr darum, ihre Kommiliton*innen und Mitschüler*innen beim selbstbestimmten, (selbst-)kritischen und eigenverantwortlichen Lernen zu unterstützen.

Schreibberatung


Schreibberatung ist in der Regel eine individuelle Beratung, in der Anliegen der Ratsuchenden zu einem aktuellen Schreibprojekt besprochen werden. In der Beratung kann es sowohl um Fragen zum Vorgehens beim Schreiben gehen als auch um Feedback auf Textentwürfe, wobei die Verantwortung für den Text immer bei den Schreibenden bleibt. In der Schreibberatung werden unterschiedliche beraterische Ansätze genutzt; eine spezielle Form ist das Peer-Tutoring.

 

Schreibgruppen

In Schreibgruppen treffen sich Schreibende regelmäßig, um sich gegenseitig zu unterstützen. Dabei können unterschiedliche Aktivitäten im Zentrum stehen: Austausch über Fragen des Vorgehens beim Schreiben, gegenseitiges Textfeedback oder auch das gemeinsame Schreiben während der Treffen. Schreibgruppen können ohne Leitung arbeiten (autonome Schreibgruppen) oder von einer schreibdidaktisch ausgebildeten Person moderiert werden.

Schreibnächte, Schreibwochen, Schreibretreats


bieten den Teilnehmer*innen den Rahmen, sich für eine bestimmte Zeit ganz auf ihre Schreibprojekte zu konzentrieren. Durch eine vorgegebene zeitliche Struktur, sorgfältig gestaltete Räume, Austausch mit anderen und teilweise auch die Möglichkeit, Beratung oder Workshops zu nutzen, wird die Produktivität beim Schreiben angeregt. Gerade längere Schreibretreats finden häufig in Seminarhäusern statt.

Schreibintensive Lehre

Schreibintensive Lehre fördert durch gezielte Schreibaktivitäten zugleich fachliches Lernen und den Aufbau von Schreibkompetenz. Die Schreibaktivitäten können nach Umfang und Inhalt unterschiedlich gestaltet sein. Das Repertoire umfasst:

• kleinere Schreibaktivitäten im Seminar (z.B. Freewriting),

• Texte, die zwischen den Sitzungen einer Veranstaltung geschrieben werden,

• umfangreiche Texte, die sich an die bisherigen traditionellen studentischen Textsorten (z.B. Hausarbeit) anlehnen können.

 

Anders als diese werden Schreibaufgaben in der schreibintensiven Lehre aber als „Expert Insider Prose“ (John Bean) vermittelt, d.h. Lehrende explizieren den Bezug zum Denken und Handeln im Fach oder in einem Berufsfeld.

 

Veranstaltungsformate

 

Schreibwerkstätten, Schreibworkshops, Schreibtrainings, Lehrveranstaltungen zum wissenschaftlichen Schreiben


Unterschiedliche Benennungen für Formate des Gruppenunterrichts, in denen verschiedene Aspekte des Schreibens behandelt werden. Die Veranstaltungen können von wenigen Stunden bis zu mehreren Tagen dauern und sich an unterschiedliche Zielgruppen richten. In der Regel wechseln Phasen der Wissensvermittlung, praktische Übungen in Einzelarbeit und Austausch/Reflexion in der Gruppe. An Hochschulen können diese Veranstaltungen freiwillig sein, verpflichtend in einen Studiengang eingebunden sein oder zum Wahlpflichtbereich gehören.

Writing Fellows

Peer-Tutor*innen, die Fachlehrende bei der Durchführung schreibintensiver Seminare unterstützen. Sie geben u.a. den Fachlehrende Feedback auf die Schreibaufgaben und den Studierenden Feedback auf ihre Textentwürfe und bieten für die Seminarteilnehmer*innen Schreibberatung an.